Die Kosmetikindustrie verändert sich. Produkte werden verantwortungsvoller, Inhaltsstoffe „cleaner“ und Unternehmen transparenter.
Leider ist Greenwashing in dieser Branche immer noch weit verbreitet. Marken verwenden immer wieder Begriffe, die sich gut verkaufen. Es ist nicht selten, dass Produkte mit Begriffen wie vegan, Zero Waste oder clean beworben werden, obwohl sich bei genauerem Hinsehen herausstellt, dass nicht alles so rosig ist.
Um Ihnen zu helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden, haben wir die am häufigsten verwendeten Begriffe in der Kosmetik aufgelistet.
1. Hypoallergen
Die Bezeichnung „hypoallergen“ bei Kosmetikprodukten bedeutet, dass diese vor ihrer Markteinführung einem abschließenden Sicherheitstest unterzogen wurden. Dieser soll nach mehreren Wochen wiederholter Anwendung bestätigen, dass kein potenzieller sensibilisierender Effekt auftritt, der Allergien begünstigt.
Es ist nahezu unmöglich zu versprechen, dass ein Kosmetikprodukt vor jeglichen allergischen Reaktionen oder sogar Reizungen schützt. Die Bezeichnung „hypoallergen“ kann zwar beruhigend wirken, stellt jedoch keinesfalls eine 100-prozentige Garantie dar.
2. Nicht komedogen
Bei der Bezeichnung „nicht komedogen“ sollte man sich zunächst daran erinnern, dass sie rechtlich nicht genau geregelt ist. Das bedeutet, dass es keine genau definierten Kriterien gibt, die erfüllt werden müssen, bevor sie auf das Etikett eines Produkts angebracht werden darf. Von einem nicht komedogenen Produkt könnte man insbesondere erwarten, dass es keine okklusiven Inhaltsstoffe enthält.
Und das ist nicht immer der Fall! Achten Sie daher darauf: Um die Aussagekraft dieser Bezeichnung zu überprüfen, ist es besser, die Inhaltsstoffliste anzusehen.
3. Wissenschaftlich erwiesen
Diese Bezeichnung findet man häufig auf Anti-Aging-Produkten, da sie vermuten lässt, dass das Produkt viele Tests durchlaufen hat, um „wissenschaftlich erwiesen“ zu sein.
Tatsächlich werden diese Tests an einer kleinen Gruppe von Teilnehmern durchgeführt. Der einzige Weg, sich sicher zu sein, ist, selbst nach dem Produkt zu recherchieren und Nutzerbewertungen zu lesen.
4. Natürlich
Die Bezeichnung „natürliche Kosmetik“ kann irreführend sein! Wie bei pflanzlicher Kosmetik definiert sie nicht unbedingt das gesamte Produkt. Hersteller natürlicher Kosmetikprodukte verpflichten sich nämlich, einen bestimmten Anteil an Rohstoffen natürlichen Ursprungs zu verwenden. Dazu gehören jedoch auch chemische Derivate natürlicher Inhaltsstoffe. Produkte tierischen Ursprungs können selbstverständlich verwendet werden: Bienenwachs und Lanolin werden sogar häufig in natürlichen Kosmetikprodukten verwendet.
Lesen Sie Ihre Etiketten also genau!
5. Bio
Immer mehr Kosmetikprodukte verwenden Rohstoffe aus biologischem Anbau. Der Anteil biologischer Inhaltsstoffe im Kosmetikprodukt hängt jedoch vollständig von der Zertifizierungsstelle ab, die die Produkte kontrolliert: Ecocert verlangt beispielsweise 95 % Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs und 10 % aus kontrolliertem biologischem Anbau. Andere Siegel wie Austria Bio Garantie fordern einen deutlich höheren Anteil an biologischen Inhaltsstoffen: 95 %!
Aber Vorsicht: Bio-Kosmetik bedeutet nicht automatisch vegan! Und bei einigen Produkten bedeutet sie auch nicht zwangsläufig eine bessere Qualität ...


